Geschichte

Vereinsgründung

Ab 1840 regiert Friedrich Wilhelm der IV. in Preußen, der als »Romantiker auf dem Thron« in der preußischen Geschichte bekannt wurde. Preußen befindet sich in der Mitte des 19. Jahrhundert im Einfluss von starken wirtschaftlichen und politischen Veränderungen.

Bedingt durch neue Dekrete über das Recht zur freien Vereinsgründung nach der Revolution 1848/49 kam es in Preußen zu einer Vielzahl neuer Interessengruppierungen.

Gründungsversammlung am 17. März 1852

Hierzu zählte auch der »Bernauer Verein für Bienenzucht«, der am 17. März 1852 in einer Gründungsveranstaltung von 26 Imkern aus 16 Ortschaften rund um Bernau ins Leben gerufen wurde. Maßgebender Motor für die Gründung dieses Vereins waren die neuen Erkenntnisse im Bereich der Bienenzucht, wie die Weiterentwicklung der beweglichen Wabe durch Freiherr von Berlepsch, die erste Honigerntemaschine des Majors von Hruschka, das Hannemannsche Bienensieb und die Anwendung der Spekulationsfütterung.

Moderne Imkerei

In der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgten die entscheidende technische Entwicklungen, die die moderne Imkerei einleiteten. Unabhängig voneinander konstruierten um 1850 gleichzeitig drei Imker, Prokopowitsch, Dzierzon und Langstroth, die bewegliche Wabe. Durch die Konstruktion der beweglichen Leisten (Speile) durch Dzierzon oder Rähmchen durch Berlepsch war der entscheidende Schritt getan, die Bienen wirklich zu betreuen, d.h. hier und dort ordnend und unterstützend in das Bienenvolk eingreifen zu können. Erst 1858 erfand Johannes Mehring die künstliche Mittelwand. Viele dieser neuen Erkenntnisse fanden sich in den Schriften des katholischen Pfarrers Johann Dzierzon (1811- 1906) aus Carlsmark (Schlesien), der der Bienenhaltung und Bienenzucht neue Impulse gab. Wegen seiner Ansichten hatte er sogar sein Priesteramt niederlegen müssen und widmete sich nunmehr mit großer Leidenschaft und großem Verständnis seinen Bienen. Mit seinen Theorien und mit seiner Betriebsweise zeigte er neue Wege auf. Wenn auch die Korbbienenzüchter noch lange am Alten festhielten und von den beweglichen Waben nichts wissen wollten, so fanden sich doch nach und nach Einsichtige, die den Kern der neuen Lehre begriffen.

Wissensvermittlung

Druckerzeugnisse, wie wir sie heute kennen, waren für die Mehrzahl der Bienenzüchter nicht verfügbar. Die Verbreitung dieser neuen Erkenntnisse erfolgte in Form von Aufsätzen oder Erfahrungsberichten, die von Hand zu Hand weiter gereicht wurden oder durch die damals durchaus übliche Methode der mündlichen Verbreitung von Imker zu Imker. Hierfür war eine Organisationsstruktur in Form eines Imkervereines vorteilhaft. Es kam zu zahlreichen Vereinsgründungen in Preußen.

Friedrich Göroldt

Der spätere 2. Prediger von Bernau, Friedrich Christian Heinrich Göroldt (1804-1886), kam 1834 in unsere Hussitenstadt. Göroldt war glühender Verfechter dieser neuen imkerlichen Betriebsweisen. Er war maßgeblich der Gründungsvater unseres Vereins, des ersten bienenwirtschaftlichen Vereins der Mark-Brandenburg. Er leitete ihn bis 1856. Dann wechselte er 1856 nach Seefeld (bis 1883), wo er am 22. April 1860 auch an der Gründung des »Werneuchener Verein der Bienenzüchter« mitwirkte. Viele Jahre hatte er die Funktion des Vorsitzenden inne. Inzwischen hatte er noch 1856 mit Pfarrer Rouvel aus Französisch Buchholz den »Märkischen Verein der Bienenzüchter« gegründet, dem auch alle Mitglieder der Niederbarnimer Bienenvereine angehörten. In dem sich daraus entwickelnden »Märkischen Zentralverein für Bienenzucht« war Göroldt sehr aktiv und war ab 1863 Mitherausgeber des Vereinsblattes »Die Honigbiene«. In den Folgejahren verfasste er eine Vielzahl von Fachbeiträgen und Bücher über Bienenzucht, womit er sich großes Ansehen erwarb. In seinem Nachruf heißt es: »…Der neue Aufschwung der Bienenzucht vollzog sich und das war allein das Verdienst Göroldts, den man deswegen mit Recht wohl als Vater der neuerwachten märkischen Bienenzucht ansehen kann.«

Förderung durch den preußischen Staat

Die Bienenzucht wurde vom preußischen Staat im 19. Jahrhundert durch Subventionen gefördert. So existierten 1877 in Preußen 10 Zentralvereine für Bienenzucht, wobei der »Märkische Zentralverein für Bienenzucht« sich in nochmals 24 Zweigvereine unterteilte. Viele grundsätzliche Organisationsstrukturen des imkerlichen Vereinslebens haben sich bis in die Neuzeit erhalten (Landesverband, Imkerbund etc.). Die preußisch Landwirtschaftliche Verwaltung zahlte 1877 für die Förderung der Bienenzucht in der Mark Brandenburg 11.517 Reichsmark an Zuwendungen, die über die Zentralvereine und den Zweigvereine zu den märkischen Imkern gelangten.

Während des 1. Weltkrieges

In den Kriegsjahren 1914/18 fielen viele Imkerveranstaltungen aus. Viele Imker wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Die verbliebenen Mitglieder in der Heimat übernahmen die Versorgung der Kriegsteilnehmer-Stände.

Nach 1916 wirkte sich der Krieg in Brandenburg immer stärker aus; Wachs kam unter der Zwangsbewirtschaftung, Honiggläser wurden knapp. 1917 wurde die Zuckerzuteilung (5 kg je Volk) von der Honigablieferung an Krankenhäuser und Lazarette abhängig gemacht.

Mit steigendem Nahrungsmittelmangel wuchs die Zahl der Bienenhalter und neuer Vereinsmitglieder unseres Imkervereins.

Die 20er Jahre

Bedingt durch den Vermögensverfall 1923/24 war die Armut teilweise grenzenlos. Einige Bewohner unserer Region versuchten durch Bienenhaltung ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern. Die Mitgliederzahl des Vereins wuchs. Nach der Überwindung dieser wirtschaftlich schwierigen Jahre verschwanden diese »Zuckerimker« auch wieder aus dem Verein. Nach Überwindung der Inflation in der Mitte der zwanziger Jahren entstand von Jahr zu Jahr ein Mitgliederschwund.

Importhonig drängte zu Billigpreisen auf den Markt. In den Dachorganisationen liefen inzwischen die Bemühungen zur Abgrenzung von der wachsenden Flut des Auslandshonig durch Schaffung eines Einheitsglases und Garantiezeichen für den deutschen Honig auf Hochtouren. Dies vor allem, nachdem sich unsere Dachorganisation, die damalige »Deutsche Imkervereinigung«, im Jahr 1925 die Bezeichnung »Deutscher Imkerbund« zugelegt hatte. Im Mai 1926 kam das Einheitsglas erstmals in den Handel.

Zeit des Faschismus, 2. Weltkrieg

Sofort nach Kriegsausbruch 1939 wurden auch wieder Imker eingezogen. Die Organisation der Betreuung der Bienenstände für die Kriegsdienstleistenden übernahm der Imkerverein. Honig unterlag der Teilbewirtschaftung, während Wachs vollständig bewirtschaftet wurde.

Ab 1940 bestand Ablieferungspflicht von 2 kg Honig je Volk, für Mehrablieferung zahlte man eine Prämie von 2 Reichsmark je halbes Kilogramm, dafür gab es 7,5 kg Zucker, der ab 1941 vergällt wurde.

Das Dritte Reich brachte für die Imkerei radikale Veränderungen. Die demokratische Gesetzgebung und Verwaltung wurde auf das Führerprinzip umgestellt. Die Organisationen wurden der neuen politischen Gebietseinteilungen angepasst.

Der Deutsche Imkerbund wurde in »Reichsfachgruppe Imker im Reichsverband deutscher Kleintierzüchter« umbenannt. Sie gliederte sich in Landesfachgruppen, diese in Kreis- und/oder Ortsfachgruppen. Der Imkerverein Bernau war 1944 wie folgt organisiert: Reichsfachgruppe Imker; Landesfachgruppe Kurmark; Kreisfachgruppe Niederbarnim; Ortsfachgruppe Bernau.

Von 1939 bis 1945 übernahm unser Imkerfreund Robert Nimz (geb. 1874) die Leitung unseres Vereins.

Nachkriegszeit

Als 1945 das Chaos hereinbrach, war jegliche Vereinsarbeit erloschen. Dieses Schicksal traf alle Vereine unserer Stadt. Die Kriegsereignisse, sowie die Nachkriegsereignisse hatten für die Bienenzucht in und um Bernau fatale Folgen. Der Bestand der Völker verringerte sich. Viele Bernauer Imker sind durch die Kriegsgeschehnisse nicht wieder nach Bernau zurückgekehrt. Andere Imker sind als Flüchtlinge nach Bernau gekommen, fanden hier eine neue Heimat, hatten aber für Bienenhaltung keine Möglichkeit aus Mangel an Material oder geeigneten Stellmöglichkeiten für Bienen. Dazu kam, das Zucker Mangelware war.

Waren im Herbst 1944 noch 82 Imker in unserem Verein organisiert, so ereignete sich in den folgenden Monaten eine rascher Niedergang der Bienenwirtschaft in unserer Region. Zwei Faktoren wirkten sich besonders nachteilig für die Bienen in diesen Nachkriegsjahren aus. Einerseits verschwanden geeignete Trachtenpflanzen. Alleen mit Linden und Robinien wurden zur Feuerholzgewinnung abgeholzt. Die Landwirtschaft wurde reorganisiert. Das Trachtenangebot aus traditionellen landwirtschaftlichen Anbaukulturen verschwand. Anderseits war das ständige Fehlen von ausreichend Zucker für die Wintereinfütterung ein nicht zu lösendes Problem. Der im Herbst 1945 verteilte braune Zucker führte zur Vernichtung des größten Teils unserer Bienenbestände. So verloren die Zepernicker Imker im Frühjahr 1946 von ihren 44 eingefütterten Völker 38 total und die verbliebenen 6 Völker waren nicht mehr als »vollwertig« anzusehen. Die Sowjetische Militär-Administration (SMA) und die Provinzialregierung der Mark- Brandenburg veranlassten 1946 Maßnahmen zum »Erhalt der Bienenzucht«, die bei Zuteilung von Zucker im Gegenzug das Abliefern von Honig vorsahen. So bekam jeder Imker pro Bienenvolk 1947 3,5 kg Weißzucker, musste aber dafür im Gegenzug für 1 kg Zucker 500g Honig abliefern. Die Bernauer Imker sparten sich den Zucker vom Munde ab, um ihre wenigen verbliebenen Völker zu erhalten. Die Zuckerzuteilungen wurden im Herbst 1948 nochmals reduziert, auf 1,6 kg Zucker je Volk, was eine Verweigerung der Annahme des Zuckers durch die Bernauer Imker zur Folge hatte, mit der Begründung der Sinnlosigkeit einer Einfütterung.

Die verbliebenen Bienenvölker waren in der ersten Nachkriegszeit wertvoller Nahrungslieferant. So wurde zum Beispiel 1946 aus Mangel an Fett Bienenwachs als Bratfett benutzt. (Liegt hierfür der Ursprung für die Beliebtheit der märkischen Reiblinge begründet ?)

Neuanfang

Um in den Nachkriegsjahren eine Versorgung der Imker mit Zucker und imkerlichen Artikeln zu gewährleisten, gründete sich im Sommer 1945 durch Initiative des Imkerfreunds Helmut Quast aus Zepernick eine Kleintierzüchter Genossenschaft e.G.m.b.H. Abteilung Imker.

Ähnliche Neugründungen ereigneten sich in weiteren Ortschaften der Region Niederbarnim. Imkergruppierungen aus kleinen Ortschaften schlossen sich größeren Nachbarvereinen an. Die Verteilung der Zuckerscheine, Honigablieferungen, Bestandsmeldungen und die Vermittlung zwischen Imkern und den örtlichen Vertretern der Regionalregierung waren die vorrangigen Aufgaben der Imkervereine. Die regionalen Imkervereinigungen wurden 1947 der »Fachabteilung Imker im Zentralverband der Kleintierzüchter e.V.« unterstellt. Diese Vereinigungen wurde 1950 dem »VdgB« (Verband der gegenseitigen Bauernhilfe) angegliedert, dem 7.300 Brandenburger Imker mit 72.140 Bienenvölkern angehörten. Der »VdgB Kreisverband Imker« für Niederbarnim war in Zepernick beheimatet. Ihm gehörten die Vereine von Bernau, Biesenthal, Birkenwerder, Fredersdorf-Rüdersdorf, Klosterfelde, Oranienburg, Neuenhagen, Mühlenbeck, Werneuchen und Zepernick an. Die Neuaufteilung der Kreise im Jahr 1952 führte auch zu Veränderungen der Organisationsstrukturen der Imkervereine. So vergrößerte sich die Mitgliederzahlen des Imkervereins Bernau und Umgebung durch die Kreisgebietsreform. In dieser Nachkriegszeit leitete Imkerfreund Hans Heise unseren Imkerverein. Zum 100-jährigen Jubiläum des Imkervereins Bernau und Umgebung, am 17. März 1952, kam es zum Zusammenschluss des Imkervereins Zepernick, einschließlich der Imker aus Schönow, Lindenberg und Schwanebeck mit dem Imkerverein Bernau. In den folgenden Jahren wuchs die Mitgliederzahl. So wurde zum Beispiel 1958 durch unseren Verein 1148 Völker von 66 Mitgliedern betreut. Bernau entwickelte sich zum Zentrum des imkerlichen Geschehens im Kreis Niederbarnim. Hier war die Kreisfachkommission Imker und die Imkersparte Bernau und Umgebung. ansässig. Viele überregionale Aufgaben, wie das Wanderwesen, Zuchtwesen, das Bienengesundheitswesen, Beobachtungswesen oder die Koordinierung der Verbesserung der Bienenweide für den Kreis Niederbarnim wurden von Mitgliedern unseres Vereins erledigt.

1959 wurde aus den einzelnen Fachverbänden, die sich nach 1945 konstituiert hatten, der »Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter« (VKSK) gebildet. Der Imkerverein wurde in Imkersparte umbenannt.

Der Kreisverband VKSK Bernau gliederte sich in Kreisfachkommissionen für Siedler, Züchter, Exoten und Imker. In einer Fachkommission Imker waren alle Sparten-Vorsitzende der Imker aus dem Kreis Bernau zusammengefasst. Der Kreis Bernau hatte Imkersparten in Ahrensfelde, Werneuchen, Klosterfelde, Biesenthal und Bernau.

Aufschwung und Kontrolle

Dieser Kreisverband unterlag in zunehmenden Maße der Kontrolle der damaligen Einheitspartei und Staatsführung. Da der einheimische Honigmarkt ausschließlich mit inländischer Honigproduktion versorgt wurde - Importe aus dem Ausland waren nur bedingt möglich -, unterlagen auch die Bernauer Imker der Steuerung durch die Staatsmacht. Dieses führte einerseits dazu, dass attraktive Aufkaufpreise für Honig durch Subventionen gezahlt wurden und begehrte Imkerartikel auf Zuteilung erhältlich waren, anderseits aber ein nicht unwesentlicher Teil der Vereinsarbeit mit der Ausarbeitung von Wettkampfprogrammen oder dem Melden von Planungszahlen zugebracht werden musste. Dieses System führte zuletzt zu einer intensiven Bewirtschaftung nicht nur aller imkerlichen Produkte, sondern aller landwirtschaftlicher Produkte, die von unseren Imkern produziert wurden, wie z.B. Obst, Gemüse, Hühnereier, Kaninchenfelle etc. Die Imkerei brachte einen attraktiven Nebenverdienst und somit stieg die Anzahl der Imker sowie der Bienenvölker in und um Bernau rasch an. Die Bernauer Imker übernahmen wichtige Aufgaben bei der Bewältigung einer Vielzahl von imkerlichen Arbeiten, wie Wanderkoordinierung, Zuckerverteilung, Zuchtwesen, Bienengesundheitskontrolle oder die Wissensvermittlung für die vielen Neuimker. Zeitweise stieg die Anzahl der Mitglieder auf über 80 Imkerfreunde an, von denen viele Wanderimker waren und zusammen über 20 Bienenwagen bewirtschafteten. Die Kreiswanderkommission koordinierte das Wanderwesen. Es wurden Wanderverträge zwischen Anbaubetriebe und Imker geschlossen.

Wanderungen

Die Bodenqualität, bzw. die Bodenrichtwerte um Bernau gehören leider nicht zu den Besten in der Mark-Brandenburg. Von den Anbaubetrieben für Ölfrüchte (wie Raps) wurden Anbauflächen weit nördlich von Bernau (z.B. Uckermark) bevorzugt. Mehrere Imker führten saisonbedingt über Jahre Fernwanderungen durch. Die Erlebnisse und Geschichten aus dieser Zeit sind heute immer noch Wissensgrundlage für die noch wenigen verbliebenen jungen Imker.

Zuchtwesen

Im Jahre 1951 wurde von den Imkern Steinmann, Quast, Wohlfeil, Löwenstein, Rudolf, Schulz und Bönsch, um nur einige zu nennen, der Gedanke gefasst, in unserer Sparte mit der Königinnen-Zucht zu beginnen. Es war ein langer Weg, der bevorstand. Zunächst einmal musste ein Raum gefunden werden, wo eine ausreichende Bienenfreiheit gegeben war. Es wurde der Gedanken geboren, in Anglersruh eine Belegstelle zu errichten.

Dort, in der Bernauer Heide, ist ein gemischter Hochwald, 74 Meter über NN mit einer Fläche von 7500 qm. Im Messblatt wurde eine 4 km-Strecke abgesteckt und mit dem Fahrrad nach vorhandenen Bienenstände abgesucht. Die ganze Gegend erwies sich als bienenfrei. Nun wurden Verhandlungen mit dem Besitzer in Anglersruh durchgeführt.

Fritz Schindler erteilte die Genehmigung vertraglich zum Aufbau der Belegstelle. Imkerfreund Quast übernahm die schriftlichen Arbeiten. Am 19. April 1952 hatte der Verein die Anerkennungsurkunde in den Händen. Anglersruh war nun als Reinzuchtbelegstelle B 570 anerkannt.

Imker Quast hatte gutes Zuchtmaterial »C-Peschek«. So wurde ein Vatervolk und ein Weiselvolk gekört. Unter Anleitung der Tischlermeister Löwenstein und Hensel wurden mit vollem Eifer der Imker 100 EWK (Einwabenkästen) angefertigt, die am 20. April 1952 fertig wurden. Schmiedemeister August Mettler aus Schwanebeck übernahm die Anfertigung der Ständer für die Schutzhäuschen.

Unter Anleitung des Imkerfreundes Zimmerermeister Paul Rudolf entstand ein Bienenhaus 2,50 Meter ⨉ 2 Meter. Am 27. Mai 1952, bei Regen, wurde die Belegstelle eröffnet. Zucker und Puderzucker gab es zu dieser Zeit nur auf Marken.

In den 60er Jahren wuchs die Anzahl der Bienenstände im Umkreis von Anglersruh. Der bienenfreie Radius konnte nicht mehr sichergestellt werden. Aus der Reinzuchtbelegstelle B 570 wurde der Belegstand Anglersruh F-5-B.

Züchter, Zuchtrichter und Belegstellenleiter wie Bruno Steinmann, August Wohlfeil, Erwin Schulz, Kurt Röglin, Walter Bönsch und zuletzt ab der Zuchtsaison 1980, Dietrich Sloma machten sich um das Zuchtwesen in Bernau verdient. Genau geführte Belegstellenbücher in unserem Vereinsarchiv geben heute noch Aufschluss über die Zuchttätigkeit.

Aus Mangel an Interesse wurde 1995 die Belegstelle Anglersruh zum letzten mal benutzt. Wanderer in der Bernauer Heide kennen den idyllischen Ort , wo noch heute das alte Bienenhaus steht.

Text: © 2012 Harald Krause

Vereinsleben

Bei Bienenklaus in der Gläsernen Waldimkerei
9. September 2017: Ausflug zur Gläsernen Waldimkerei nach Zehdenick zu Bienenklaus
Beim Arbeitseinsatz an der Belegstelle Anglersruh
8. April 2017: Beim Arbeitseinsatz an unserer Belegstelle in Anglersruh (Foto: Harald Krause)

Besuch im Forstbotanischen Garten Eberswalde, 27. August 2016

Führung im Forstbotanischen Garten Führung im Forstbotanischen Garten Eberswalde Im Forstbotanischen Garten Eberswalde
Fotos: Harald Krause

Gruppenfoto von der 160-Jahrfeier des Imkervereins Bernau, 2012
Gruppenfoto von der 160-Jahrfeier unseres Imkervereins, 17. März 2012, Kremmen (Oberhavel)

Öffentlichkeit

Tag der Vereine, Bernau, 27. August 2017

Tag der Vereine, 27.8.2017
Foto: Harald Krause

Festumzug zur 750-Jahrfeier von Danewitz, 26. August 2017

Danewitz, beim Festumzug am 26. August 2017

Besuch der Kita Melodie bei der Imkerei Krause, 30. Mai 2017

Besuch der Kita Melodie bei der Imkerei Krause Besuch der Kita Melodie bei der Imkerei Krause Besuch der Kita Melodie bei der Imkerei Krause Besuch der Kita Melodie bei der Imkerei Krause
Fotos: Harald Krause

Tag der Vereine, Bernau, 28. August 2016

Tag der Vereine, 26.8.2016
Foto: Harald Krause

Gesunden Bienen brauchen bunte Vielfalt

Tag der deutschen Imkerei, 2. Juli 2016

Bernauer Imker informieren am »Tag der deutschen Imkerei« Bernau, 29.06.2016: Der Deutsche Imkerbund e.V. (D.I.B.) veranstaltet seit 17 Jahren im Juli den »Tag der deutschen Imkerei«, um auf die Bedeutung der Bienenhaltung in unserem Land aufmerksam zu machen. Ursprünglich war es das Ziel gewesen, mit dem Aktionstag um Nachwuchs zu werben, da es jahrzehntelang in Deutschland immer weniger Imker gab.

Mittlerweile ist die Veranstaltung für den Imkerverein Bernau und Umgebung e.V. zu einer guten Tradition geworden, obwohl der Verein, der heute rund 60 Mitglieder zählt, seit 2007 keine Nachwuchssorgen mehr hat. Denn Bienen zu halten ist so populär, wie lange nicht mehr. Immer mehr Menschen erlernen es, weniger um Honig zu ernten, sondern in erster Linie, um etwas für unsere Natur zu tun.

An der Aktion in diesem Jahr beteiligen sich am 2. Juli der Imkerverein Bernau. Die Mitglieder, die die Imkerei überwiegend in der Freizeit betreiben, informieren auf dem Bernauer Wochenmarkt-Spezial von 8 bis 13 Uhr (Bürgermeisterstraße), um interessierten Menschen zu zeigen, wie faszinierend die Beschäftigung mit Honigbienen ist, wie wichtig sie für das ökologische Gleichgewicht sind und welche Sorten- und Geschmacksvielfalt deutsche Honige aus der Region bieten.

Bienen leisten weit mehr, als »nur« Honig zu produzieren. Viele Milliarden Sammelbienen fliegen in der Vegetationszeit jeden Tag aus und sorgen mit ihrer Bestäubungsleistung für blühende Wiesen und Felder und damit für den Erhalt des ökologischen Gleichgewichtes. So sind rund 80 Prozent der 2.000 – 3.000 Kultur- und Wildpflanzen auf die Bestäubung durch Honigbienen angewiesen. Daneben sichern diese die Nahrungsgrundlage vieler Kleinlebewesen und Vögel. Ohne ihre Arbeit würde das heimische Ökosystem empfindlich gestört werden.

Aber die Nahrungs- und Lebensbedingungen für Blüten bestäubende Insekten haben sich in den letzten Jahren spürbar verschlechtert. Auf Äckern, auf öffentlichen Flächen in den Kommunen, aber auch in privaten Gärten blüht es immer weniger. Der damit verbundene Rückgang der Vielfalt an pollen- und nektarspendenden Pflanzen ist auch für Honigbienen problematisch. Nach einem reichlichen Angebot im Frühjahr, u. a. durch Obst- und Rapsanbau, fehlt es vor allem im Spätsommer an Nahrungsquellen – der wichtigsten Zeit für ein Bienenvolk, um mit gesunden, widerstandsfähigen Bienen den Winter zu überstehen.

Dass sich hier ein Umdenken einstellen muss, darauf soll am »Tag der deutschen Imkerei«, der unter dem Motto »Gesunde Bienen brauchen bunte Vielfalt« steht, besonders hingewiesen werden. Denn jeder kann dazu etwas beitragen, indem z. B. bewusst auf eine bienenfreundliche Gestaltung des Gartens, der Terrasse oder des Balkons geachtet wird. Der Deutsche Imkerbund hat dazu einen Flyer herausgegeben, in dem der Gartenfreund viele nützlichen Tipps und Links findet, die bei der Gartenplanung helfen. Wer sich als ernährungs- und umweltbewusster Verbraucher über das Naturprodukt Honig informieren möchte, der wird sicher aber genauso dazu Gelegenheit haben und von den Experten beraten werden.

Am »Tag der deutschen Imkerei« können die Besucher auf dem Bernauer Wochenmarkt das emsige Treiben in einem Schaubienenkasten bewundern, sowie die Frühjahrs-Honige des Jahres 2016 aus dem Barnim verkosten.

Text: Harald Krause

Festumzug zum Hussitenfest, Bernau, 11. Juni 2016

Hussitenfest 2016

Festumzug zum Hussitenfest, Bernau, 13. Juni 2015

Hussitenfest 2015
Foto: Harald Krause

Bernauer Wochenmarkt, 2. Mai 2015

Wochenmarkt, Mai 2015
Unser Informations- und Verkaufsstand auf dem Bernauer Wochenmarkt, 2. Mai 2015

MOZ-Aktion »Unentbehrliche Honigbienen«, Bernau, 16. März 2012

Jürgen Drews Jürgen Drews

Schafft es Bernau, die Stadt in einen echten Zoo zu verwandeln? Um diese Frage ging es am Montag, dem 5. März 2012 in Bernau. BB RADIO macht dort Station mit seiner aktuellen Tour »Eine Frage der Ehre«. Dazu haben die Initiatoren eine Wette vorbereitet. Wenn es gelingt, in der Zeit von 5 bis 14 Uhr 500 Tiere auf den Marktplatz auf den Marktplatz zu bringen, spendet der Sender 500 Euro an die Jugendfeuerwehr von Bernau. BB RADIO ist offizieller Partner der Feuerwehrnachwuchs-Aktion »Früh übt sich«. Der Imkerverein Bernau und Umgebung e.V. hat diese Spendenaktion unterstützt und brachte ein Bienenvolk auf den Marktplatz nach Bernau.

Die Zahl von 500 Tieren konnte natürlich locker geknackt werden.

Artikel »Unentbehrliche Honigbienen« in der MOZ Märkische Online-Zeitung


Internationale Grüne Woche, Berlin, Januar 2012

Hans-Joachim Wernstedt auf der Grünen Woche 2012
Auf der Landwirtschaftsausstellung "Grünen Woche 2012" präsentierte der Imkerverein Bernau am Stand der Naturschutzstation Malchow in der Halle 4.2 das Imkerhandwerk. Bei der Imkerei Wernstedt konnten Besucher das Innenleben eines Bienenvolks kennen lernen. Eine Honigverkostung rundete die Präsentation ab.

Belegstelle

An der Belegstelle
An unserer Belegstelle in Anglersruh

Honigbienen übernehmen wegen ihrer Bestäubungstätigkeit eine wichtige ökologische Rolle. Damit möglichst viele der Imkerei nachgehen können, bemüht sich unser Verein auch um die weitere Verbesserung unserer Bienenvölker durch Zucht. Unsere Zuchtziele sind neben Sanftmut Honigleistung, leichte Völkerpflege und eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Varroa. Entscheidend für das Verhalten eines Bienenvolkes sind dessen Königin und die von ihr produzierten Arbeiterinnen, deren genetische Merkmale je zur Hälfte von der Königin selbst und einer männlichen Biene, mit der sie sich während des Hochzeitsfluges gepaart hat, stammen. Um Völker mit gewünschten Eigenschaften heranzuziehen, zieht man also zunächst von einem geeigneten Volk Königinnen heran, die dann gezielt mit geeigneten männlichen Bienen, den Drohnen, gepaart werden. Um dies zu erreichen, werden die noch unbegatteten Königinnen in der Nähe von Völkern mit den gewünschten Merkmalen aufgestellt, die vor allem nur dazu da sind, möglichst viele Drohnen zu produzieren. Da alle Bienen sich in einem Radius von einigen Kilometern um den Bienenstock herum bewegen können, kann dies nur funktionieren, wenn in einem Umkreis von einigen Kilometern um die Zuchtvölker herum keine weiteren Bienenvölker mit unerwünschten Drohnen aufgestellt sind. Dies versucht man mit besonders einsam gelegenen Bienenständen, den Belegstellen, zu erreichen.

Unsere Belegstelle befindet sich daher seit 1952 in Anglersruh.

Für weitere Fragen zur Belegstelle wenden Sie sich bitte an Herrn Wernstedt.